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Autoreifen: Gesetzliches Mindestmaß zu wenig?

15 März, 2013

Die Verbindung zur Straße stellen Autoreifen nur dann wirkungsvoll sicher, wenn sie mit ausreichender

Profiltiefe rollen. Das gesetzliche Mindestmaß von 1,6 Millimetern ist unter Sicherheitsgesichtspunkten viel zu wenig. Denn nur über den Fahrbahnkontakt der Reifen überträgt ein Fahrzeug Beschleunigungs-, Brems- und Lenkkräfte. An der vorgeschriebenen Mindestprofiltiefe wird sich aber nach Einschätzung von Branchenexperten so schnell nichts ändern. Frühestens Ende des Jahres 2014 könnte sich etwas tun und diese Grenze angehoben werden.
Bereits jetzt kümmern sich der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR), Automobilclubs und Prüforganisationen um Aufklärung, denn für alle kritischen Fahrsituationen sind 1,6 Millimeter Restprofil zu wenig. So klären TÜV Rheinland, DEKRA und KÜS Mitte März jeden Autofahrer im Rahmen der Hauptuntersuchung der Fahrzeuge über sicherheitsrelevante Profiltiefen auf. Ein einfaches Ampelsystem macht Autofahrern verständlich, ob ihre Reifen noch in Ordnung sind und wann ein Wechsel erforderlich ist.
Zustimmung findet die Aktion unter anderem beim Reifenhersteller Continental, der schon vor Jahren immer wieder auf die Sicherheitsrisiken von verminderter Profiltiefe hingewiesen hat. So können sich Winterreifen ab einer Restprofiltiefe von vier Millimetern nicht mehr wirkungsvoll mit schneeglatten Fahrbahnoberflächen verzahnen. In Österreich gelten derart abgefahrene Pneus daher als Sommerreifen und sind im Winter nicht zugelassen. Für Sommerreifen gelten drei Millimeter als kritische Grenze, ab der mit einer deutlich erhöhten Aquaplaninggefahr zu rechnen ist.
Laut Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) e.V. fahren immer mehr Autofahrer ihre Reifen bis zur Verschleißgrenze und darüber hinaus ab, ohne über die Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit nachzudenken. Diesen bedenklichen Trend bestätigen auch Reifenhändler und Prüforganisationen. ld/mid


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