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Car-to-X-Kommunikation: Weniger Unfälle und höhere Sicherheit

25 Juni, 2014

Bei der Car-to-X-Kommunikation ist das Fahrzeug und die Verkehrsinfrastruktur elektronisch vernetzt. Autos tauschen untereinander sowie mit Verkehrszeichen und Lichtsignalanlagen automatisch

Informationen beziehungsweise Daten aus.
"Car-to-X"-Kommunikation vermeidet jährlich elf Milliarden Euro Kosten
Weniger Unfälle und eine höhere Sicherheit im Straßenverkehr sind mögliche Vorteile durch den Einsatz fortschrittlicher Kommunikationstechnik im Auto. Volkswirtschaftlich lassen sich dadurch Kosten von jährlich über elf Milliarden Euro vermeiden. Das gewährleistet die "Car-to-X"-Kommunikationstechnik, die im Rahmen des Feldversuchs im Forschungsprojekt "simTD" ihre Praxistauglichkeit belegt hat. Kritische Verkehrssituationen kann die Technik im wahrsten Sinne des Wortes durch "vorausschauende Fahrweise" entschärfen.
Damit lässt sich der durch den Autofahrer erfassbare Bereich eines Fahrzeugs beziehungsweise des Verkehrs um ein Vielfaches vergrößern. Die verwendete Technik wird als "Car-to-X"-Kommunikation bezeichnet, wobei die Fahrzeuge und die Verkehrsinfrastruktur elektronisch vernetzt sind. Autos tauschen untereinander sowie mit Verkehrszeichen und Lichtsignalanlagen automatisch Informationen beziehungsweise Daten aus. Die am Forschungsprojekt beteiligten Wissenschaftler und Ingenieure attestieren der "Car-to-X"-Kommunikation die Praxistauglichkeit für den Alltagseinsatz.
Das Forschungsprojekt "simTD" steht für "Sichere Intelligente Mobilität ? Testfeld Deutschland" und setzte im Feldversuch eine Flotte aus 120 Autos sowie drei Motorrädern ein. Alle Fahrzeuge sind mit der gleichen Technik ausgestattet. Insgesamt haben diese während des Feldversuchs mehr als 41 000 Stunden und über 1,65 Millionen Fahrkilometer absolviert - bis zu 120 000 Kilometer pro Woche. Ergänzend untersuchten die Forscher Fahrsimulationen und Verkehrssimulationen.
Die eingesetzte Funktechnik basiert auf dem bekannten WLAN-Standard. Jedes "simTD"-Fahrzeug nutzt fahrzeugeigene Sensoren, um Verkehrsereignisse wie etwa einen Stau zu erkennen. Eine Zentrale kommuniziert die Informationen an andere Fahrzeuge und Infrastrukturstationen, das straßenseitige Pendant zu den Fahrzeugen. Somit warnt oder informiert das Fahrzeug den Benutzer bei Bedarf visuell und akustisch.
Die Verkehrszentralen erhalten die Informationen zur Verkehrslage anonymisiert von den Verkehrsteilnehmern und können damit die Verkehrsentwicklungen zuverlässig prognostizieren und zielsicher steuern. Die gewonnenen Informationen erhalten die Verkehrsteilnehmer, die so ihre Fahrtrouten anpassen und auf schnellstem Wege, komfortabel und sicher ans Ziel kommen können. Dies reduziert auch den CO2-Ausstoß im Straßenverkehr.
Als Funktionen mit dem größten Nutzen bezeichnen die Wissenschaftler des Forschungsprojekts das elektronische Bremslicht, den Kreuzungs- und Querverkehrsassistenten und den Verkehrszeichenassistenten für Stoppschilder.
Die Forscher geben auch einen Ausblick darauf, was mit der Einführung der "Car-to-X"-Kommunikation zu erreichen ist. Bei vollständiger Durchdringung mit "simTD"-Funktionen lassen sich jährlich bis zu 6,5 Milliarden Euro volkswirtschaftliche Kosten vermeiden, die durch Verkehrsunfälle entstehen. Des Weiteren beziffern sie den Nutzen von Effizienzwirkungen und durch die Vermeidung von Umweltbelastungen auf 4,9 Milliarden Euro.
Eine erste Anwendung ist ab 2015 geplant. Im Rahmen einer öffentlich-privaten Kooperation ist die in "simTD" untersuchte Funktion der Baustellenwarnung in Verbindung mit einer Verkehrslageerfassung im Umfeld von Baustellen vorgesehen. Sie soll im "Cooperative ITS Corridor" Rotterdam-Frankfurt/Main-Wien realisiert werden. Bereits bei geringen Ausstattungsraten sind dort ein für den Fahrer erlebbarer Nutzen und ein Sicherheitsgewinn für das Baustellenpersonal zu erwarten.
An dem gemeinschaftlichen Forschungsprojekt "simTD" beteiligen sich annähernd alle namhaften Automobilhersteller und Zulieferer in Deutschland sowie Kommunikationsunternehmen, Forschungsinstitute, Universitäten und die öffentliche Hand, die das Projekt finanziell fördert. Wolfgang Pester/mid mid/wop


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