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Das kriminelle Dreieck

Geldwäsche auf Mallorca. Zur Urlaubszeit rückt Mallorca wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Doch die Urlaubsidylle täuscht.

Top-Journalist und Mallorca-Kenner Günther G. Prütting deckt in „Die Mallorca Connection“ kriminelle Netzwerke auf der Urlaubsinsel Nr. 1 auf.
Man wird an den amerikanischen Kinofilm „Die Firma“ erinnert, den der Regisseur Sydney Pollack 1993 inszeniert hat. In der Romanvorlage von John Grisham, selbst gelernter Jurist, verdient eine altehrwürdige Anwaltskanzlei ihr Geld damit, Geldhaien und Mafiosi bei Steuerhinterziehung und Geldwäsche behilflich zu sein. Nicht anders verhält es sich mit der Kanzlei Feliu, deren Machenschaften seit 2005 im größten Korruptionsfall und Geldwäscheskandal der Balearen aufgedeckt werden.

Schon bei der Durchsuchung der noblen Büroräume erkannten die routinierten Wirtschaftskriminalisten unter den Fahndern, dass von den Reichen und Schönen der Welt nicht nur der US-amerikanische Schauspieler Michael Douglas Kunde der Kanzlei war.

Zusammen mit den anderen Verhafteten und Beschuldigten soll von den Herren Anwälten in den vergangenen Jahren ein undurchschaubares Netzwerk für Geldwäsche, Steuerhinterziehung, Korruption, Bestechung, Betrug und Urkundenfälschung aufgebaut worden sein. Die Köpfe der Kanzlei, Juristen und Steuerberater, betreuten insgesamt rund 2.700 Mandanten. Für sie führten die Anwälte weit mehr als tausend Bankkonten. Mindestens 816 international tätige Gesellschaften werden mit der Kanzlei in Verbindung gebracht. Davon 252 Gesellschaften, die nicht in Spanien registriert sind, und weitere 116 Gesellschaften, die ihren Sitz in den Steuerparadiesen dieser Welt haben. Dreistellige Millionenbeträge wurden hier bewegt, vor dem Fiskus versteckt und gewaschen, sagt die Staatsanwaltschaft. Auch Millionenbeträge von reichen Deutschen.

Funktioniert hat das System Feliu, weil – neben den eigenen Anwälten und Steuerberatern – angesehene Notare, Banken und unzählige Strohleute mit von der Partie waren. Man ist verwandt, verschwägert und seit Generationen miteinander bestens bekannt. Die Ermittler sprechen bald von einem kriminellen Dreieck, gebildet von der Kanzlei Feliu, den Notaren Herrán & Delgado und der Banco Sabadell. Dieses Bermuda-Dreieck, so wollen die spanischen Ermittler herausgefunden haben, hat mitten auf des Deutschen liebster Ferieninsel, direkt in deren Hauptstadt, ein Steuerparadies installiert.

Millionäre in Deutschland, in Europa und der ganzen Welt haben Kontakte nach Palma de Mallorca geknüpft, um ihr Geld vor dem Fiskus zu verbergen. Vor allem haben zahlreiche Mandanten den Kontakt zur Kanzlei Feliu gesucht, deren Einnahmen u. a. auch aus Prostitution, Menschen- und Waffenhandel, Drogenbusiness und anderen kriminellen Geschäften stammten. Einige der Betroffenen werden bereits zittern, wenn es frühmorgens an ihrer Villentür klingelt. Andere werden noch ahnungslos von den versprochenen blütenweiß gewaschenen Millionen träumen. Spätestens nach der Lektüre von „Die Mallorca Connection“ werden auch sie fortan jeden Morgen schweißgebadet aufwachen.
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