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Mehr Unfälle in engen Autobahnbaustellen

Das Befahren von Autobahnbaustellen ist für viele Autofahrer ein Horror. Bei der viel zu engen Fahrbahn merkt der Fahrer beim Überholen plötzlich, dass der Lastwagen von der rechten Spur immer weiter nach links kommt. Ein solches Szenario sorgt oftmals für Herzklopfen und schwitzende Hände am Steuer. Da kommt es schnell zu einem Crash.

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Verletzen geht in den Baustellen zwar zurück, doch insgesamt kracht es nach Angaben des Auto- und Reiseclubs Deutschland (ARCD) häufiger in diesen unübersichtlichen Straßenabschnitten als anderswo.
Ursache: die Breite des Wagens. Nur die wenigsten Fahrer kennen die Ausmaße ihres Autos. Viele Fahrzeuge sind für die nur etwas mehr als zwei Meter breite Spur auf der linke Seite der Baustellen zu breit. Sie dürfen nicht überholen. Und wer sich unsicher fühlt, sollte sich auf jeden Fall für die breitere rechte Spur entscheiden, raten die Experten. Wie breit das eigene Auto ist, steht im Fahrzeugschein. Dort ist aber lediglich das Maß ohne Außenspiegel angegeben. Die tatsächliche Breite, die für die linke Spur in Baustellen relevant ist, findet sich manchmal auf der Internetseite des Herstellers.
Dass es in einer Baustelle zu eng wird und die Lastwagenräder gefährlich nah kommen, ist aber nicht nur für SUV-Fahrer ein Problem. Beispielsweise sind auch der Kia Ceed, der Opel Astra und die Mercedes C-Klasse über zwei Meter breit. Die Polizei achtet wegen der hohen Unfallzahlen verstärkt auf das Verhalten der Autofahrer in Baustellen. Wer mit einem viel zu breiten Wagen überholt, muss 20 Euro Bußgeld zahlen. Außerdem kann der Kasko-Schutz bei Unfällen eingeschränkt werden. Bei einem Crash mit Fremdverschulden bedeutet das oft eine Mitschuld.
Bei einer Untersuchung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen haben die Fachleute sechs Monate lang mit 29 Videokameras eine Baustelle auf der A1 zwischen Leverkusen und Dortmund beobachtet. Dabei hat sich gezeigt, dass viele Autofahrer auch bei der Verringerung der Spuren vor Baustellen mit dem sogenannten Reißverschlussverfahren Probleme haben. Viele Autofahrer wissen nicht, wie sie sich verhalten müssen und wechseln viel zu früh die Spur. „Man fährt bis zur Verengung vor und fädelt sich erst dann abwechselnd im Reißverschlussverfahren ein“, erklärt ARCD-Pressesprecher Josef Harrer. Wenn weiße und gelbe Spuren aufgezeichnet sind, muss man sich an die gelben Markierungen halten.
Eine Studie der Unfallforschung der Versicherer hat ferner ergeben, dass Verkehrsteilnehmer nicht gut mit Überleitungen auf andere Spuren sowie an Behelfs-Anschlussstellen zurechtkommen, wo meist Beschleunigungs- und Verzögerungsstreifen fehlen. Hier kracht es sechs Mal häufiger als auf Autobahnabschnitten ohne Baustellen. Deshalb ist unbedingt genügend Abstand zum vorausfahrenden Auto notwendig. „Mit der Zwei-Sekunden-Regel kann der Fahrer diesen ganz einfach überprüfen. Wenn der Vorausfahrende einen markanten Punkt erreicht, wird gezählt. Bis man selbst dort ist, sollten mindestens zwei Sekunden vergangen sein“, sagt Josef Harrer. Er empfiehlt Autofahrern, auch immer daran zu denken, dass auf einer Baustelle Menschen arbeiten und auf die Rücksicht genommen werden muss. mid/ari


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