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Praktische Führerscheinausbildung ohne Schaltwagen

26 August, 2019

Wird bei der Führerscheinausbildung die praktische Prüfung auf einem Automatikwagen zum Standard?

Eine standardmäßige Führerscheinausbildung auf Automatikwagen lehnt eine große Mehrheit der Deutschen lehnt aus Sicherheitsgründen ab. So sind vier von fünf Bundesbürgern (79 Prozent) der Meinung, dass Fahranfänger ohne ausreichende Schaltkompetenz eine Gefahr für die Verkehrssicherheit sind. Das hat eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.010 Personen ab 16 Jahren im Auftrag des TÜV-Verbands (VdTÜV) ergeben.

„Es ist verfrüht, bei der Fahrausbildung die Führerscheinprüfung auf einem Automatikwagen zum Standard zu machen“, sagt VdTÜV-Geschäftsführer Dr. Joachim Bühler. „Im Gegensatz zu Ländern wie den USA ist der Schaltwagen in Deutschland immer noch der Normalfall – gerade bei Fahranfängern. Sind diese ohne ausreichende Fahrpraxis mit einem Auto mit Schaltung und Kupplung unterwegs, wird es gefährlich.“ Daher lehne der TÜV-Verband die aktuell diskutierten Änderungen bei der Führerscheinprüfung ab. Wer seinen Führerschein mit einem Automatikwagen macht, bräuchte dann keine praktische Prüfung mehr auf einem Schaltwagen ablegen.

„Mit diesem Vorschlag würde man der Verkehrssicherheit auf deutschen Straßen einen Bärendienst erweisen“, meint Bühler. „Mit zunehmender Verkehrsdichte, neuen Fahrzeugen wie E-Scootern und zusätzlicher Technik in den Fahrzeugen nehmen die Anforderungen an die Fahrer zu. Deswegen müssen Fahranfänger im Interesse aller Verkehrsteilnehmer nachweisen, dass sie ihr Fahrzeug sicher beherrschen.“ Aus Sicht des TÜV-Verbands ist dafür ein ausreichendes Fahrtraining notwendig.

Mit wenigen Übungsstunden auf dem leeren Supermarktparkplatz sei es nicht getan. Wer mit einem Wagen mit Schaltgetriebe fahren möchte, sollte auch weiterhin eine Führerscheinprüfung mit einem Schaltfahrzeug bei einer Prüfstelle ablegen müssen. „Fahrschüler müssen Schaltung und Kupplung koordinieren und gleichzeitig den Verkehr im Blick behalten“, sagt Bühler. „Nach der Fahrausbildung sollte die Schaltkompetenz von Fahranfängern von unabhängiger Seite abgeprüft werden.“

In der Umfrage stimmten drei von vier Befragten (77 Prozent) der Aussage zu, dass die Beherrschung eines Fahrzeugs mit Schaltgetriebe deutlich komplizierter ist als die eines Automatikfahrzeugs. Nur jeder fünfte (21 Prozent) ist der Meinung, dass sich Autofahrer das Schalten und Kuppeln auch selbst beibringen können. „Gerade Fahranfänger nutzen in der Regel Kleinwagen und gebrauchte Fahrzeuge, die eher selten mit Automatik ausgestattet sind“, erläutert der VdTÜV-Geschäftsführer. Insgesamt führen 69 Prozent aller Pkw-Halter in Deutschland einen Schaltwagen.

Der TÜV-Verband plädiert dafür, am Prinzip der Trennung von privater Fahrausbildung und staatlich anerkannter Prüfung durch Technische Prüfstellen festzuhalten. Laut Umfrage halten 86 Prozent der Bundesbürger diese Trennung grundsätzlich für sinnvoll. In Deutschland führen die TÜV-Organisationen und die Prüforganisation Dekra die theoretischen und praktischen Fahrerlaubnisprüfungen durch. Sie stellen die „amtlich anerkannten Sachverständigen“, die bei der praktischen Prüfung auf dem Rücksitz mitfahren und die Fahrkenntnisse des Fahrschülers bewerten. Im Jahr 2018 sind nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes ca. 1,7 Millionen praktische Prüfungen erfolgt. Die Durchfallquote lag bei 29,4 Prozent. ampnet/jri


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