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Verkehrsmoral in Deutschland

Um die Verkehrsmoral in Deutschland ist es besser bestellt als gemeinhin angenommen. Das geht aus einer Erhebung hervor, die der ACE Auto Club Europa jetzt veröffentlicht hat. Danach ist zwischen

2007 und 2012 die Zahl der im Straßenverkehr begangenen Straftaten – jeweils gemessen an der Zahl rechtskräftiger Urteile – um 21 Prozent gesunken. Der Rückgang übertrifft sogar noch die ebenfalls rückläufige Zahl allgemeiner Straftaten. Bei den allgemeinen Straftaten wie Raub, Mord und Totschlag, ging die Zahl der Schuldsprüche im Vergleichszeitraum nur um elf Prozent zurück.

Trotz dieser alles in allem doch eher positiven Entwicklung wurde auch 2012 mehr als jede fünfte gerichtlich verurteilte Straftat im Straßenverkehr begangen, merkte der ACE an. Der Club stützt die Ergebnisse seiner Studie auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Bei über der Hälfte der Verurteilungen (51 %) spielte demnach Alkoholmissbrauch im Straßenverkehr eine Rolle.

Was die sogenannte Volltrunkenheit betrifft, ist die Zahl der diesbezüglichen Verurteilungen innerhalb von sechs Jahren erfreulicherweise um immerhin mehr als 56 Prozent gesunken. Die Zahl der wegen fahrlässiger Körperverletzung Verurteilten sank im gleichen Zeitraum um 30,6 Prozent. Wegen Gefährdung des Straßenverkehrs wurden 37,4 Prozent weniger Menschen verurteilt.

Als problematisch muss die Entwicklung beim Straftatbestand des unerlaubten Entfernens vom Unfallort gewertet werden. Unfallflucht ist laut ACE nicht nur das zweithäufigste Einzeldelikt, sondern weist auch die geringsten Rückgänge auf. 2012 sind mehr Verkehrsteilnehmer wegen Unfallflucht verurteilt worden als im Jahr 2011. In einer erst kürzlich veröffentlichten Studie hat der ACE bereits auf die hohe Zahl an Unfallfluchten bei Blechschäden hingewiesen. Die Täter blieben meist unerkannt, die Aufklärungsquote sei überdurchschnittlich gering und eine Schadensbegleichung käme denkbar selten vor, kritisierte der ACE. Auffällig ist, dass erneut deutlich mehr Männer straffällig geworden sind als Frauen. Auch im Straßenverkehr zeichnet sich dieses Bild ab, denn dort ist der Frauenanteil im Vergleich zu anderen Delikten sichtbar geringer, stellt der ACE fest.

Den Zahlen zufolge war mehr als jeder vierte Verurteilte wegen einer Straftat außerhalb des Straßenverkehrs eine Frau (25,3 %). Weibliche Verurteilte wegen schwerer Delikte im Straßenverkehr machten jedoch nur einen Anteil von 18,2 Prozent aus.

Im Jahr 2012 wurden 166.688 Menschen wegen Straftaten im Straßenverkehr verurteilt. 47,5 Prozent der verurteilten Verkehrsteilnehmer – in Zahlen 79.102 – wurden wegen Gefährdung des Straßenverkehrs nach § 315b Strafgesetzbuch (StGB) , beziehungsweise Alkohol im Straßenverkehr (§ 316 StGB) belangt. ace-online.de


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