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Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr: Die Hälfte der Autofahrer zu schnell

Das größte Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr stellen falsche Verhaltensweisen der Autofahrer dar.

Daher stand der „menschliche Faktor“ im Mittelpunkt des siebten „Fit to Drive-Kongresses“, den der Verband der TÜV (VdTÜV) in Berlin veranstaltet hat. Bis 2050 will die EU-Kommission die Zahl der Verkehrstoten auf Null reduzieren. Um diese „Vision Zero“ zu verwirklichen, ist jedoch eine deutliche Veränderung des Fahrverhaltens notwendig. Die hierfür geeigneten Maßnahmen sieht Klaus Brüggemann vom VdTÜV in einer besseren Verkehrsaufklärung, Verkehrserziehung durch Eltern und Schule sowie eine gute Fahrausbildung.
Laut Statistik fährt knapp jeder zweite Autofahrer regelmäßig zu schnell, bis zu 20 Prozent sogar mehr als 10 km/h. Dies erhöht das Unfallrisiko und auch die daraus resultierenden Folgen beträchtlich. Bei fast jedem dritten Verkehrsunfall mit Todesfolge spielt überhöhte Geschwindigkeit als Ursache eine Rolle. Bei jedem vierten tödlichen Unfall ist Alkohol mit im Spiel. Bereits ein Blutalkoholwert von 0,5 Promille verdoppelt das Unfallrisiko, bei 1,1 Promille liegt es zehn Mal und bei 1,6 Promille gar 25 Mal so hoch wie im nüchternen Zustand. Eine Studie in 13 europäischen Ländern enthüllte, dass im Schnitt rund 3,5 Prozent der Autofahrer alkoholisiert und darüber hinaus zwei Prozent unter dem Einfluss illegaler Drogen wie Haschisch oder Kokain unterwegs sind. „Hier muss eindeutig die Kontrolldichte erhöht werden“, so Brüggemann.
Die Kongress-Teilnehmer haben die Erfahrungen mit Maßnahmen in einzelnen europäischen Ländern und wissenschaftliche Projekte wie eine Studie diskutiert, die die Wirksamkeit von Punktesystemen verschiedener Länder vergleicht. Thematisiert haben die Experten außerdem die Einführung einer Medizinisch Psychologischen Untersuchung – ähnlich der deutschen MPU – in Polen Ungarn und der Slowakei sowie sogenannte „Alkolock-Systeme“, die alkoholisierte Fahrer am Bewegen ihres Fahrzeuges hindern. ts/mid


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