Tipps und Infos

Führerscheinentzug
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Der Führerscheinentzug dauert in der Regel mindestens 6 Monate, danach kann der Führerschein durch eine Nachschulung wieder neu beantragt werden. Hier finden Sie wichtige Tipps und Hinweise, wie Sie Ihren Führerschein wieder bekommen.

Führerscheinentzug:

Wurde die Fahrerlaubnis entzogen , entweder durch das Gericht oder einer Verwaltungsbehörde, ist der Führerschein ungültig.

Der Führerschein muss dann nach Ablauf der Frist, in den meisten Fällen mindestens sechs Monate, neu beantragt und ausgestellt werden. Die zuständige Fahrerlaubnisbehörde kann dafür Bedingungen zwingend zur Auflage machen. Diese Bedingungen sind Nachschulungen oder das erfolgreiche Bestehen einer medizinisch-psychologischen Untersuchung
(MPU oder "Idiotentest").

  • Der Entzug der Fahrerlaubnis dauert immer mindestens 6 Monate.
  • Die Zeit eines vorläufigen Führerscheinentzugs nach § 111a StPO wird im Urteil nicht mit angerechnet, jedoch wird diese Zeit bei der Bemessung des Entzugszeitraums vom Richter berücksichtigt.
  • Der Führerscheinentzug erfolgt anders wie beim Fahrverbot klassenweise. Das heißt, wenn der Auto-Führerschein entzogen wird, darf man trotzdem noch mit dem Mofa weiterfahren. Im Gegensatz dazu, erfasst ein Fahrverbot alle Kraftfahrzeuge, also auch das Mofa.

Hinweis: Führerschein nicht im Ausland erschwindeln

Einige Autofahrer glauben, in einem EU-Nachbarland ein paar Fahrstunden zu nehmen und dann sind sie bereits im Besitz einer neuen Fahrerlaubnis, mit der sie auch in Deutschland fahren dürfen. So einfach ist das nicht. Der in einem anderen EU-Land ausgestellten Führerschein darf in Deutschland nur dann ohne Strafe benutzt werden, wenn der Autofahrer mindestens 180 Tage in dem EU-Land gewohnt haben. Wurde dieser Mindest-Aufenthalt nicht eingehalten und der Autofahrer auf Deutschlands Straßen erwischt, so wird eine Strafe fällig und ein gültiger Führerschein muss nach Absolvierung einer MPU trotzdem noch erworben werden.

Interessante Urteile rund ums Thema Fahrverbot und Führerscheinentzug

Es gibt auch Ausnahmen vom Fahrverbot
OLG D - Will ein Richter einem Verkehrssünder ein Fahrverbot auferlegen, so hat dieser zu prüfen, ob nicht von der Möglichkeit einer Beschränkung des Fahrverbots auf bestimmte Fahrzeugarten Gebrauch zu machen ist. Ist unter diesen Voraussetzungen der Betroffene bei der Berufsfeuerwehr beschäftigt, so kann es zulässig sein, die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr von einem Fahrverbot auszunehmen. Um unverhältnismäßige berufliche Nachteile für den Betroffenen zu vermeiden, sind jedenfalls solche Beschränkungsmöglichkeiten wohlwollend zu prüfen. jlp

Kein automatischer Führerscheinentzug für einen Berufskraftfahrer wegen fahrlässiger Gefährdung
LG München - Einem Berufskraftfahrer, der wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs zu einer Geldstrafe verurteilt worden ist, muss nicht automatisch der Führerscheinentzug drohen. Dies jedenfalls dann nicht, wenn dieser nicht vorbestraft ist und wenn seit der einzig verurteilten Tat jetzt mehr als ein Jahr vergangen ist und der Kraftfahrer in dieser Zeit schon wieder 125.000 Kilometer völlig beanstandungsfrei zurückgelegt hat. Auch die Anordnung eines Fahrverbots kommt in solchen Fällen, bei einem einmaligen Versagen, nicht in Betracht. jlp
Landgericht München I, Az.: 26 Ns 497 Js 109 227/03

Führerscheinentzug für Reifenstecher
OLG Karlsruhe - Ein Reifenstecher, der unter Benutzung seines eigenen Pkw zu einer Straße fährt, um dort die Reifen an anderen Fahrzeugen zu durchstechen (hier: 96 Fälle) ist grundsätzlich zum Führen eines Kraftfahrzeuges ungeeignet, weil er damit rechnen muss, dass die so von ihm beschädigten Fahrzeuge während der Fahrt unkontrolliert ausbrechen und dass so schwerste Unfälle entstehen können. Ein Führerscheinentzug ist zudem auch dann möglich, wenn kein typisches Verkehrsdelikt vorliegt, sondern wenn die im Zusammenhang mit dem Führen eines Kraftfahrzeuges begangene Straftat der allgemeinen Kriminalität zuzurechnen ist. ilp

Alle Angaben ohne Gewähr

Nützliche Hinweise zum Thema Führerscheinentzug: